Zentralasien im Fokus

Gernot Erler in Kasachstan, umgeben von Damen in traditionellen Trachten

Gernot Erler mit kasachischer Trachtengruppe                                               Bild: Hedi Wegener

"Im Februar und März 1992, wenige Monate nach der Auflösung der Sowjetunion, habe ich mit Hans-Jochen Vogel, dem ehemaligen Partei- und Fraktionsvorsitzenden der SPD, eine abenteuerliche, über 16000 Kilometer reichende und unvergessene Reise unternommen. Sie führte uns durch alle neuen Republiken auf dem Boden der ehemaligen UdSSR, die drei baltischen Staaten ausgenommen. In 12 Hauptstädten trafen wir acht Staatspräsidenten und vier Premiers. Es war eine historische Momentaufnahme, eine ungewöhnliche Chance, Eindrücke und Bilder in der prägenden Anfangsphase einer neuen politischen Epoche aufzunehmen. [...] Am meisten hatte uns der Aufenthalt in den fünf zentralasiatischen Republiken beeindruckt, weshalb wir im Jahr darauf zurückkehrten - in die majestätischen Bergregionen Kirgistans und an das Ufer des schon damals dem Tod geweihten Aralsees, wo wir dem Krankenhaus von Aralsk Hilfsgüter mitbrachten und erschüttert waren von dem Schicksal der dort lebenden Kasachen, die ihren Verbleib in dieser Katastrophenzone der ständigen Giftsalzwinde mit furchtbaren Krankheiten aller Organe bezahlen mussten. Danach hat mich das Interesse für diese Region nicht mehr verlassen. Zentralasien rückte mit Russland, Osteuropa und Südosteuropa ins Zentrum meiner parlamentarischen Arbeit und für acht Jahre übernahm ich bis 2005 den Vorsitz der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft, erst in Bonn, später in Berlin. Die meisten unserer prominenten Gesprächspartner von 1992 verschwanden mehr oder weniger schnell in der politischen Versenkung - mit Ausnahme der Präsidenten der jungen zentralasiatischen Staaten. Zwei von ihnen, Islam Karimow (Usbekistan) und Nursultan Nasarbajew (Kasachstan), habe ich noch 15 Jahre später im Amt angetroffen - bei der Vorbereitung einer neuen europäischen Zentralasienpolitik unter deutscher Federführung." (Auszug aus Gernot Erler "Mission Weltfrieden - Deutschlands neue Rolle in der Weltpolitik", ab März 2009 im Herder Verlag )

Gernot Erler in Kasachstan, mit Bundespräsident Köhler und kasachischem Präsident Nasarbajew

Mit Horst Köhler, MdB Hedi Wegener, Eva Luise Köhler und Nursultan Nasarbajew
(von links nach rechts)                                                                                     Bild: Hedi Wegener


Gernot Erler über Zentralasien

Kasachstan: Freilassung Bolat Atabayevs ermutigendes Signal. Pressemitteilung vom 4. Juli 2012

Wahlen in Kirgistan zeigen: Demokratie ist auch in Zentralasien möglich. Pressemitteilung vom 11. Oktober 2010  

Westerwelles Zentralasienreise: „Besser spät als nie". Erläuterungen vom 12. Juli 2010    

Rede von Staatsminister Gernot Erler zur Eröffnung der Ministerkonferenz „Rechtsstaat - Eckstein der Entwicklung", Brüssel, 27. November 2008

Interview mit Gernot Erler in den Zentralasien-Analysen 8/2008  

Staatsminister Erler reist vom 14. bis 16. April 2008 nach Tadschikistan

Rede „European Energy Relations with Russia and Central Asia" von Gernot Erler am IFRI (Institut francais des relations internationales) Brüssel, 1. Februar 2008

Rede über die EU-Zentralasiestrategie, 139. Sitzung im Deutschen Bundestag am 24. Janaur 2008

Rede von Gernot Erler beim Ministerrat der OSZE in Brüssel am 4. Dezember 2006

INWENT-Forum: Neue Perspektiven für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Zentralasien - Eröffnungsrede von Gernot Erler am 18. Mai 2006


Die Friedrich-Ebert-Stiftung und Zentralasien

Die Friedrich-Ebert-Stiftung in Zentralasien

Friedrich-Ebert-Stiftung International

Kompass 2020: Zentralasien - Kampf um Macht, Energie und Menschenrechte


Auswärtige Beziehungen zu Zentralasien

Auswärtiges Amt

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Zentralasienstrategie der EU

Antwort der Bundesregierung auf eine große Anfrage im Bundestag zur Umsetzung der Zentralasienstrategie der EU 

 

Informationen über Zentralasien
Länderspezifische Links folgen weiter unten


Landeskundliche Informationsseiten von InWEnt

Osteuropa-Netzwerk - Linksammlungen

Zentralasien-Analysen der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde und der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen

DGAP weltpolitik.net - Zentralasienportal

International Crisis Group

APuZ Aus Politik und Zeitgeschichte - Zentralasien

APuZ Aus Politik und Zeitgeschichte - Energiepolitik

Zentralasien-Analysen

Wikipedia


Austausch und Zusammenarbeit

GIZ Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit  

KfW Entwicklungsbank

CIM Centrum für internationale Migration und Entwicklung

CESWW Harvard

DAAD - Studienmöglichkeiten

Nachrichtenquellen

eurasianet.org

politikportal.eu

eurasischesmagazin.de



Länderspezifische Informationen


Kasachstan

Generell sucht Kasachstan enge und gute Beziehungen zu allen Staaten, die das Land bei der Umgestaltung der Wirtschaft (Direktinvestitionen) und der Bewältigung seiner wirtschaftlichen Probleme unterstützen können. Präsident Nasarbajew ist Befürworter von verschiedenen Integrationsforen im postsowjetischen Raum ("einheitlicher Wirtschaftsraum" mit Russland, Belarus, Ukraine, GUS, "Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft" mit Russland, Belarus, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan und darüber hinaus "Konferenz für Zusammenarbeit und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien" nach dem Vorbild der OSZE, „Shanghai Organisation für Zusammenarbeit". Gleichwohl dominiert zwischen den auf größtmögliche Souveränität achtenden jungen zentralasiatischen Staaten die bilaterale Zusammenarbeit. Wasser-, Infrastruktur- und Migrationsfragen werden jedoch vermehrt auf multilateraler Ebene thematisiert.*                          

 Deutsch-Kasachische-Gesellschaft Erler Nasarbajev Wegener     Deutsch-Kasachische-Gesellschaft Erler Nasarbajev Wegener

Der kasachische Staatspräsident Nasarbajew überreicht Gernot Erler den kasachischen Orden Dostyk (Freundschaft) für sein achtjähriges Engagement als Vorsitzender der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft und für seine Beiträge zur Verbesserung der deutsch-kasachischen Beziehungen.

Bilder: Hedi Wegener 


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Deutsche Botschaft in Kasachstan

Kasachische Botschaft in Deutschland

CIA World Factbook über Kasachstan

Wikipedia-Artikel über Kasachstan


Usbekistan

Usbekistan sieht sich als regionale Führungsmacht in Zentralasien. Es unterhält aktive Beziehungen zu Russland und baut seine Beziehungen zu asiatischen Ländern (China, Japan, Südkorea, Indien u.a.) seit einiger Zeit deutlich aus. Als Nachfolgestaat der Sowjetunion ist Usbekistan Mitglied in zahlreichen internationalen Organisationen, u. a. in den Vereinten Nationen und der OSZE. Usbekistan verstärkt seit einiger Zeit seine Mitarbeit in Regionalorganisationen wie der Shanghai Cooperation Organization und in der Zentralasiatischen Organisation für Zusammenarbeit (mit Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Russland). Im Jahr 2006 ist Usbekistan der Euro-Asiatischen Wirtschaftsgemeinschaft (EurASec) beigetreten und hat seine - ursprünglich suspendierte - Mitgliedschaft in der Collective Security Treaty Organization (CSTO) nach Worten von Staatspräsident Karimow „wieder aufleben lassen".
Usbekistan betreibt eine diversifizierte Außenpolitik. Zu einem „weiteren Kreis bevorzugter Partner" gehört - neben beispielsweise Japan als bislang größtem bilateralen Geber - auch Deutschland. Mit der Europäischen Union besteht ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen, das am 01.07.1999 in Kraft getreten ist. Usbekistan ist außerdem Mitglied im "Partnership For Peace"-Programm und im Euro-Atlantischen Partnerschaftsrat (EAPR) der NATO.*


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CIA World Factbook über Usbekistan

Wikipedia-Artikel über Usbekistan


Turkmenistan

Zentrales Element der turkmenischen Außenpolitik ist die im Dezember 1995 erklärte immerwährende Neutralität des Landes. Turkmenistan betreibt eine auf Ausgleich, Stabilität sowie Frieden in der Region und im internationalen Rahmen gerichtete Politik. Mit den Staaten der Region unterhält es weitgehend problemfreie Beziehungen. Turkmenistan ist u.a. assoziiertes Mitglied der GUS, der Bewegung Blockfreier Staaten, der Islamischen Konferenz-Organisation (OIC), der Islamischen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECO), der OSZE und der Partnerschaft für Frieden (PfP). Ende 1998 erfolgte die Eröffnung eines OSZE-Büros in Aschgabat.
Aufgrund seiner Neutralität steht das Land Bemühungen um eine intensivierte regionale Kooperation und weiteren politischen und wirtschaftlichen Integrationsschritten im Rahmen von GUS (daher Austritt 2005 und nur noch Assoziierung) und ECO kritisch gegenüber.*


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CIA World Factbook über Turkmenistan

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Kirgisistan

Die deutsch-kirgisischen Beziehungen sind historisch durch die deutsche Minderheit in Kirgisistan geprägt. Erste Siedlungen deutschstämmiger Mennoniten gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Während des Zweiten Weltkriegs wurden u.a. auch nach Kirgisistan Deutschstämmige - etwa aus dem Wolgagebiet - zwangsumgesiedelt. Eine rege Zuwanderung setzte aber vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren ein, da nicht nur das natürliche, sondern auch das politische - da liberalere - Klima für die deutsche Bevölkerung einen Anreiz zur Ansiedlung bot. Von den noch zu Beginn der neunziger Jahre rund 100.000 Deutschstämmigen in Kirgisistan hat inzwischen der größte Teil das Land - vorzugsweise in Richtung Bundesrepublik - verlassen. In Kirgistan leben derzeit schätzungsweise noch 12.000 Deutschstämmige. Die Bundesregierung unterstützt die im Lande verbliebene deutsche Minderheit speziell im sozialen, kulturellen sowie im Bildungsbereich. Die Sicherung der Zukunftsperspektive für kirgisische Bürger deutscher Abstammung war auch ein wichtiger Punkt der Grundsatzerklärung vom 04.07.1992 zwischen dem unabhängigen Kirgisistan und der Bundesrepublik Deutschland, mit der die intensive Zusammenarbeit begann. Im gleichen Jahr wurde in Kirgisistan eine deutsche diplomatische Vertretung eröffnet.*



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Deutsche Botschaft in Kirgisistan

Kirgisische Botschaft in Deutschland

CIA World Factbook über Kirgisistan

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Tadschikistan

Wichtigster außenpolitischer Partner ist die Russische Föderation, mit der Tadschikistan eine sicherheitspolitische Partnerschaft unterhält (russische Militärbasis mit ca. 5000 Soldaten). Es bestehen aber auch gute Beziehungen zu den USA und der Europäischen Union. Zunehmende Bedeutung erhält das Verhältnis zu China.

Nachdem destabilisierende Einflüsse aus dem radikal-islamischen Afghanistan lange Zeit das größte sicherheitspolitische Problem dargestellt hatten (1.300 km langen Grenze), reihte sich Tadschikistan unmittelbar nach dem 11. September 2001 in die Anti-Terrorkoalition ein und bot militärische Basen zum Kampf gegen die Taliban und El Kaida an. Zu der Regierung unter Hamid Karzai bestehen freundschaftliche Beziehungen. Im Sinne einer strategischen Südöffnung hofft die tadschikische Regierung auf intensiven Handel, um die wirtschaftliche Umklammerung durch Usbekistan zu lockern.

Tadschikistan ist Mitglied der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), der Vereinten Nationen, der Shanghai Cooperation Organization (SCO), der Islamischen Konferenzorganisation (OIC) und der OSZE sowie der Finanzinstitutionen IWF, Weltbank, EBRD (Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung) und Asian Development Bank.*


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Tadschikische Botschaft in Deutschland

CIA World Factbook über Tadschikistan

Wikipedia-Artikel über Tadschikistan

(* Quelle: Auswärtiges Amt)