Gernot Erler bei der Festveranstaltung zu 25 Jahren Stiftung Entwicklung und Frieden am 24. November 2011.

Über mich.

Foto: Thomas Ecke

Ich bin im Jahr 1944 geboren, habe eine erwachsene Tochter und lebe seit 1966 in Freiburg. Hier habe ich nach meinem Studium der Geschichte, Slawischen Sprachen und Politik Examen gemacht. Über 20 Berufsjahre in Freiburg liegen hinter mir: als Assistent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Freiburg, als Verlagsredakteur und als Verlagsleiter. Zu meinen Hobbys gehören unter anderem das Lesen fremdsprachiger Bücher, Bergläufe und Kanuwandern. Ich spreche neben Englisch und Französisch auch Russisch. Seit 1970 bin ich Mitglied der SPD. Das ist meine politische Heimat. Nacheinander war ich praktisch alles: Kassierer und Ortsvereinsvorsitzender, für acht Jahre Ortschaftsrat in Freiburg-Tiengen, ein ganzes Jahrzehnt SPD-Kreisvorsitzender, 15 Jahre Mitgliedschaft im Landesvorstand und Präsidium der SPD Baden-Württemberg.

Und dann kam die "große Politik" - erst in Bonn, seit 1999 in Berlin (wo ich aufgewachsen bin und mein Abitur auf dem Gymnasium Steglitz gemacht habe). Achtmal hintereinander wurde ich für Freiburg in den Deutschen Bundestag gewählt (1987, 1990, 1994, 1998, 2002, 2005, 2009, 2013). Bei der Bundestagswahl 1998 habe ich für die SPD - erstmals überhaupt - im Wahlkreis Freiburg das Direktmandat gewonnen. Das war mein bisher größter politischer Erfolg. Diesen konnte ich bei den Bundestagswahlen 2002, 2005 und 2009 wiederholen. 2013 gelang mir dies nicht.

In über 25 Jahren Bundestag habe ich mich zu einem Fachmann für die internationale Politik entwickelt. Zwischen 1994 und 1998 war ich Vorsitzender des Unterausschusses für Abrüstung und Rüstungskontrolle. Seit 1998 habe ich für die SPD in der Regierungsverantwortung die Außen- und Sicherheitspolitik mitgeprägt - in meiner Funktion als Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion bis Dezember 2013.

Von November 2005 bis Oktober 2009 gehörte ich als Staatsminister im Auswärtigen Amt der Bundesregierung zur Zeit der 2. Großen Koalition an. An der Seite von Außenminister Frank-Walter Steinmeier habe ich mich mit praktisch allen Themen der internationalen Politik beschäftigt, dabei aber Schwerpunkte gesetzt - zum Beispiel bei der Erarbeitung und Umsetzung der EU-Zentralasienstrategie von 2007, in der Beschäftigung mit aktuellen Konflikten vom Kaukasus bis Birma und bei mehreren Missionen zu Krisenherden in Afrika (Kongo, Sudan, Kenia). Im Frühjahr 2009 habe ich das Buch „Mission Weltfrieden. Deutschlands neue Rolle in der Weltpolitik" (260 S., Verlag Herder Freiburg) vorgelegt und im Bundestagswahlkampf 2009 zu diesem Thema mehr als 20 öffentliche Veranstaltungen in ganz Deutschland durchgeführt.

Nach der Bundestagswahl am 27. September 2009 und dem Ende der Großen Koalition habe ich erneut die Aufgabe eines Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden für die Bereiche Außen-, Sicherheits-, Entwicklungs- und Menschenrechtspolitik in der nun in der Oppositionsrolle befindlichen und von Frank-Walter Steinmeier geführten SPD-Bundestagsfraktion übernommen. Nach der Bundestagswahl 2013 habe ich nicht erneut für den Fraktionsvize kandidiert und habe damit den Weg für eine Verjüngung der Fraktionsspitze frei gemacht. Als Koordinator für die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, Zentralasien und den Ländern der Östlichen Partnerschaft und als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses werde ich aber weiter meine Kenntnisse und meine Erfahrungen in der neuen Regierungsverantwortung einbringen. In den Jahren 2015/2016 werde ich eine neue Funktion als „Sonderbeauftragter der Bundesregierung für den deutschen OSZE-Vorsitz 2016" übernehmen. Ich freue mich auf diese Aufgabe, denn aus meiner Sicht ist die OSZE die wichtigste Regionalorganisation in Sachen Frieden, Demokratie, Menschenrechte, Wahlbeobachtung, Medienfreiheit und bei der Krisenbewältigung wie jetzt gerade in der Ukraine.